KI im Handwerk:
Warum viele Betriebe noch zögern und was sie verpassen

Praxisbeispiele aus dem Garten und Landschaftsbau zeigen, wie künstliche Intelligenz Marketing, Leadgenerierung und Visualisierung verändert.

Laut Statistischem Bundesamt nutzt jedes fünfte Unternehmen in Deutschland bereits Technologien der künstlichen Intelligenz. Innerhalb eines Jahres ist die Nutzung um 8 Prozentpunkte gestiegen. Doch im Handwerk sieht die Realität anders aus: Laut einer Studie der Commerzbank setzt nur jeder zehnte Handwerksbetrieb KI bereits ein. Die Lücke ist groß und sie wächst.

Aus meiner langjährigen Erfahrung im Garten und Landschaftsbau sowie im Poolbau kenne ich diese Zurückhaltung gut. Viele Unternehmer wissen, dass sich etwas verändert. Aber sie wissen nicht, wo sie anfangen sollen. Dabei sind die Einstiegshürden längst gefallen.

Die Realität: Das Handwerk hinkt hinterher

Der KI-Index Handwerk.NRW zeigt: Rund 33 Prozent der Betriebe haben KI bereits ausprobiert, gut 67 Prozent tun das noch nicht. Der Durchschnittswert liegt bei 1,78 auf einer Skala von 0 bis 5. Das entspricht einem „digitalisierten Handwerksbetrieb“, aber noch keinem echten Anwender von KI.

58 Prozent der Betriebe geben an, Hilfe beim Thema KI zu benötigen. Der Wille ist da. Was fehlt, ist der konkrete Einstieg.

Das Problem ist nicht die Technologie. Das Problem ist, dass viele Betriebe nicht sehen, was KI für sie tun kann. Sie denken an Roboter und Automatisierung in der Fertigung. Dabei liegen die größten Chancen oft ganz woanders: im Marketing, in der Kundengewinnung und in der täglichen Kommunikation.

Wo KI im Handwerk wirklich hilft

Genutzt wird KI von den Handwerksbetrieben vor allem bei administrativen Tätigkeiten wie Anwendungen in der Buchhaltung (59 Prozent) sowie bei der Erstellung von Texten (56 Prozent). Das sind gute Ansätze, aber sie kratzen nur an der Oberfläche.

In meiner Arbeit mit Betrieben aus dem Garten und Landschaftsbau sowie dem Poolbau sehe ich vier Bereiche, in denen KI einen echten Unterschied macht:

Marketing und Content Erstellung

Ein Landschaftsgärtner muss heute auf Instagram präsent sein, regelmäßig Blogartikel veröffentlichen und seine Website aktuell halten. Früher bedeutete das: Texte schreiben, Bilder bearbeiten, Social Media Posts planen alles neben der eigentlichen Arbeit auf der Baustelle.

Mit KI lässt sich ein Großteil dieser Arbeit automatisieren. Ein einziges Projektfoto wird zur Grundlage für einen Instagram Post, einen Website Text und einen Newsletter Beitrag. Was früher Stunden dauerte, ist in Minuten erledigt.

Angebotserstellung und Dokumentation

Die Erstellung von Angeboten ist zeitaufwendig und fehleranfällig. KI kann aus einer kurzen Projektbeschreibung ein vollständiges Angebot generieren, inklusive Leistungsbeschreibung, Materialliste und Preiskalkulation. Natürlich muss ein Fachmann das Ergebnis prüfen aber die Grundarbeit ist in Sekunden erledigt.

Leadgenerierung und Kundenanfragen

Viele Betriebe verlieren potenzielle Kunden, weil sie Anfragen nicht schnell genug beantworten können. Ein intelligenter Chatbot auf der Website kann rund um die Uhr erste Fragen klären, Projektdetails aufnehmen und qualifizierte Leads an das Team weiterleiten.

Das ist keine Zukunftsmusik. Das funktioniert heute und kostet einen Bruchteil dessen, was eine zusätzliche Bürokraft kosten würde.

Visualisierung und Kundenberatung

Im Garten und Landschaftsbau ist Visualisierung alles. Kunden wollen sehen, wie ihr zukünftiger Garten oder Pool aussehen wird. Mit KI gestützter Bildgenerierung lassen sich aus einfachen Skizzen oder Beschreibungen fotorealistische Entwürfe erstellen.

Ein Poolbauer kann seinem Kunden zeigen, wie verschiedene Beckenformen, Materialien und Bepflanzungen wirken noch bevor der erste Spatenstich getan ist. Das steigert nicht nur die Abschlussquote, sondern auch den durchschnittlichen Auftragswert.

Was Betriebe davon abhält

Künstliche Intelligenz kann wiederkehrende Aufgaben automatisieren, den Fachkräftemangel abfedern, bürokratische Hürden überwinden und steigende Kundenerwartungen erfüllen. Warum zögern trotzdem so viele?

Die häufigsten Gründe, die ich höre: „Wir haben keine Zeit, uns damit zu beschäftigen.“ „Das ist doch nur etwas für große Unternehmen.“ „Ich verstehe nicht, wie das funktioniert.“

Alle drei Argumente sind nachvollziehbar und alle drei sind lösbar. Der Einstieg in KI muss nicht mit einem großen Projekt beginnen. Er kann mit einer einzigen Anwendung starten: einem Tool, das Social Media Posts generiert. Oder einem Chatbot, der Anfragen beantwortet. Oder einem Assistenten, der Angebote vorformuliert. Welches Tool für den Anfang am besten passt, habe ich in meinem Beitrag Welches KI Tool passt zu mir zusammengefasst.

Der Schlüssel liegt darin, klein anzufangen und konkret zu werden. Nicht „KI einführen“, sondern „dieses eine Problem lösen“.

Ein konkretes Beispiel aus der Praxis

Bei mehreren Betrieben aus dem Garten und Poolbau habe ich an Systemen mitgewirkt, die aus abgeschlossenen Projekten automatisch Content generieren. Ein Foto vom fertigen Garten oder Pool wird hochgeladen, und das System erstellt daraus einen Instagram Post, einen kurzen Blogartikel und einen Google Business Eintrag.

Der Zeitaufwand pro Projekt: zehn Minuten statt drei Stunden. Die Sichtbarkeit: deutlich gestiegen. Die Anfragen: messbar mehr.

Das Besondere: Diese Lösung funktioniert für einen kleinen Betrieb genauso wie für einen Garten und Landschaftsbauer mit zwanzig Mitarbeitern. Die Technik skaliert mit.

Die Branche bewegt sich – langsam

Auch die Handwerksorganisationen haben das Thema erkannt. Das Mittelstand-Digital Zentrum Handwerk bietet seit März 2025 eine kostenfreie Digitalisierungswerkstatt zum Thema „Künstliche Intelligenz, neuer Problemlöser im Handwerk“ an. Das zeigt: Die Unterstützung ist da. Aber viele Betriebe wissen nicht, dass diese Angebote existieren.

Branchenspezifische Schulungen und Netzwerke sind oft der bessere Einstieg als allgemeine Digitalisierungsprogramme. Wer mit Kollegen aus der eigenen Branche lernt, versteht schneller, welche Anwendungen wirklich relevant sind.

Der richtige Zeitpunkt ist jetzt

Die Nutzung von KI in deutschen Unternehmen ist innerhalb eines Jahres um 8 Prozentpunkte gestiegen, von 12 auf 20 Prozent. Das Tempo beschleunigt sich. Wer heute nicht einsteigt, wird morgen aufholen müssen.

Für Handwerksbetriebe bedeutet das: Die Chance, sich einen Vorsprung zu erarbeiten, ist jetzt am größten. In zwei Jahren wird KI im Marketing Standard sein. Die Betriebe, die heute anfangen, werden dann die Erfahrung haben, die andere erst aufbauen müssen.

Die Frage ist nicht, ob KI das Handwerk verändern wird. Die Frage ist, ob Sie diese Veränderung gestalten oder ihr hinterherlaufen.

Sie möchten wissen, wie KI in Ihrem Betrieb konkret helfen kann?

In einem kostenlosen Erstgespräch analysieren wir gemeinsam, welche Prozesse sich für den Einstieg eignen und welche Tools zu Ihrer Situation passen.

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KI im Handwerk, Garten und Landschaftsbau, Poolbau, Marketing Automatisierung, Leadgenerierung, Digitalisierung Handwerk

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